Glossar

Alles Wichtige in Kürze

Wir möchten unseren Kunden die Schadensregulierung so einfach wie möglich machen und bemühen uns um eine verständliche Kommunikation. Aber auch wir verwenden branchenübliche Fachtermini, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Denn Fachbegriffe können eine Angelegenheit in der Regel kurz und korrekt beschreiben. Damit Sie wissen, was wir oder andere Beteiligte meinen, listen wir hier die wichtigsten Begriffe mit einer kurzen Erläuterung auf. Diese Auflistung dient lediglich einer ersten Orientierung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder juristische Verbindlichkeit. Wenn Sie also einen rechtlichen Rat suchen, sprechen Sie uns gern an und wir werden Ihnen einen kompetenten Anwalt nennen.
Diese Aufstellung ist teilweise angelehnt an Definitionen des BVSK.

Schadenspositionen

Ein Geschädigter sollte sich über die wichtigsten Schadenspositionen im Klaren sein. Denn es gilt: Nur was der Geschädigte aktiv geltend macht, erhält er auch. Hier die wichtigsten Schadenspositionen im Überblick:

Fahrzeugschaden

Der Fahrzeugschaden steht sicherlich bei den meisten Schadensabwicklungen im Vordergrund, nicht zuletzt wegen der in der Regel hohen wirtschaftlichen Bedeutung für den Betroffenen. Grundsätzlich können Sie als geschädigter Eigentümer eines unfallbeschädigten Fahrzeugs zwischen einer konkreten Schadensabrechnung mit Vorlage einer Rechnung oder einer fiktiven Abrechnung auf Basis eines Gutachtens wählen. Was im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Hierzu berät der Sachverständige Sie zusammen mit ihrem Anwalt, damit Sie die richtige Wahl treffen.
Im Totalschadensfall sind der Wiederbeschaffungswert und der Restwert Ihres Fahrzeugs die für Sie wichtigen Zahlen, aus denen der Ersatzanspruch ermittelt wird. Aber auch Nebenpositionen, wie Zulassungskosten etc., sollten Sie nicht vernachlässigen. Diese summieren sich, und die Versicherung trägt sie Ihnen selten hinterher.

Schadensfeststellungskosten

Die Kosten der Schadensfeststellung, das Gutachten des Kfz-Sachverständigen, sind stets Teil Ihres Schadens und von der gegnerischen Versicherung zu tragen. Lassen Sie Ihr Fahrzeug nicht von einem bei der Versicherung angestellten oder beauftragten Sachverständigen besichtigen! Schließlich liegt das Resultat auf der Hand, wenn diejenigen, die den Schaden bezahlen sollen, dessen Höhe selbst bestimmen. Beauftragen Sie einen unabhängigen Sachverständigen, der nicht auf der Lohnliste der Versicherung steht. Häufig sagen die Versicherer telefonisch zu, bis 1.500 € oder 2.000 € brauche man keinen Sachverständigen. Auf diese Lippenbekenntnisse sollten Sie sich nicht verlassen. Wenn irgendetwas strittig wird, stehen Sie ohne Beweismittel da.
Sollte nur ein geringer Schaden entstanden sein (unter 500 bis 700 €), erstellt der Sachverständige eine schlichte Schadenskalkulation, die ähnlich viel kostet wie der Kostenvoranschlag einer Fachwerkstätten. Die anfallenden Kosten rechnet der Sachverständige direkt mit der Versicherung ab.

Ausfallschaden

Fällt ihr Fahrzeug unfallbedingt oder reparaturbedingt aus, haben Sie in der Regel einen Anspruch auf einen Mietwagen, alternativ auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Über die Voraussetzungen, die Höhe und auch ihre Schadensminderungspflicht, z.B. bei der Mietwageninanspruchnahme, sollten Sie sich unabhängig beraten lassen.

Personenschaden

Bei Personenschäden reicht die Bandbreite der möglichen Ansprüche von dem klassischen Schmerzensgeld, welches nach der Einholung von Arztberichten auf deren Grundlage beziffert werden kann, über Verdienstausfallschäden bei Selbstständigen bis zu Haushaltsführungsschäden (häufig bei Hausfrauen und Müttern). Lassen Sie sich auch hier individuell – am besten von einem Rechtsanwalt – beraten. Es ist in der Regel eine weite Bandbreite von Beträgen vertretbar. Sie können sicher sein, dass die Versicherung diese eher im unteren Bereich ansetzen möchte.

Sonstige Schadenspositionen

Die voranstehende Aufzählung ist bei Weitem nicht abschließend, sondern soll nur einen ersten Überblick vermitteln. Im Einzelfall können Abschleppkosten, Finanzierungsschäden, Standgebühren etc. relevant werden.

Haftpflichtschaden

Bei einem Unfall ist der Verursacher verpflichtet, dem Unfallopfer (also dem Geschädigten) den verursachten Schaden zu ersetzen. In diesem Fall spricht man von einem Haftpflichtschaden. Der Geschädigte ist (wirtschaftlich) so zu stellen, als ob der Unfall nicht eingetreten wäre. Beim Haftpflichtschadensfall werden Schadensersatzansprüche geltend gemacht, die per Gesetz durch den Unfallgegner bzw. durch dessen Haftpflichtversicherung reguliert werden. Der Umfang der Ersatzansprüche richtet sich nach dem Schadensersatzrecht.

Die vertraglichen Ansprüche aus der eigenen Kaskoversicherung sind hiervon unabhängig.

Kaskoschaden

Wenn Sie selbst einen Unfall verursacht haben – oder der Verursacher nicht bekannt ist – und sie möchten Ihre eigene Versicherung zur Regulierung in Anspruch nehmen, liegt ein Kaskoschaden vor. Es handelt sich hier ausschließlich um vertragliche Ansprüche, die streng zu trennen sind von den Schadensersatzansprüchen im Haftpflichtschadensfall. Die Höhe der Ersatzleistung richtet sich stets nach den Versicherungsbedingungen (Kaskobedingungen). In der Regel ist in diesen Bedingungen eine Selbstbeteiligung über eine konkrete Summe vereinbart.

Totalschaden

Ein Totalschaden liegt vor, wenn die Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges unmöglich ist (technischer Totalschaden) oder die erforderlichen Instandsetzungs-Kosten den Wert des Fahrzeugs – ggf. zuzüglich eines Sonderzuschlages von bis zu 30% – übersteigen (wirtschaftlicher Totalschaden).
In diesen Fällen werden dem Geschädigten nicht die Reparaturkosten ersetzt, sondern er erhält den zur Ersatzbeschaffung erforderlichen Betrag minus Restwert erstattet.
Es gibt etliche Fallgruppen, z.B. den “unechten Totalschaden”. Welche Abrechnungsmöglichkeit für Sie am günstigsten ist, sollten Sie im Rahmen einer rechtlichen Beratung klären.

Nutzungsausfall

Der Geschädigte hat neben der Regulierung des Schadens auch Anspruch auf ein Ersatzfahrzeug für die Dauer der Reparatur. Nimmt er das nicht in Anspruch, darf er eine Entschädigung dafür verlangen, dass er sein Fahrzeug nicht nutzen kann. Die Höhe der Entschädigung hängt u.a. von der Reparaturdauer ab.

Wiederbeschaffungswert

Der Wiederbeschaffungswert bezeichnet, was der Geschädigte für ein vergleichbares Fahrzeug auf dem freien Markt bezahlen muss. Um den Wiederbeschaffungswert zu ermitteln, spielen viele Faktoren eine Rolle: Fahrzeug bezogene Faktoren wie Typ, Zustand und Alter, aber auch die Marktlage vor Ort.

Restwert

Der Restwert bezeichnet den Wert, den das beschädigte Fahrzeug bei Veräußerung in unrepariertem Zustand erzielt. Er wird durch einen unabhängigen Sachverständigen unter Berücksichtigung des Schadensbildes und der örtlichen Marktgegebenheiten auf Grundlage konkreter Angebote ermittelt. Bei der Entschädigungszahlung bei einem Totalschaden wird der Restwert angerechnet, also vom Wiederbeschaffungswert abgezogen. Den Sachverständigen darf der Geschädigte selbst auswählen. Laut Urteil des BGH kann sich der Geschädigte auf den durch einen Sachverständigen ermittelten Restwert verlassen. Eine Versicherung darf also im Nachhinein keinen höheren Ankaufswert zugrunde legen (den der Verkauf des beschädigten Fahrzeugs beispielsweise an einen spezialisierten Restwertverkäufer erzielt hätte).

Wertminderung (merkantiler Minderwert)

Ein Unfallwagen erzielt bei einem späteren Verkauf einen geringeren Preis als ein unfallfreier Wagen. Diese Differenz, die Wertminderung, ist ein erstattungsfähiger Schaden und wird durch einen unabhängigen Sachverständigen im Gutachten gesondert ausgewiesen.
Auch bei älteren Fahrzeugen kann ein merkantiler Minderwert anfallen. Anderslautende Angaben aus dem Internet oder von Versicherungen sind häufig veraltet.

130 %-Grenze

Übersteigen die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert, liegt ein Totalschaden vor, der in der Regel geldwertig geregelt wird. Bis zu einer gewissen Grenze darf der Geschädigte sein Fahrzeug jedoch trotzdem instandsetzen lassen, wenn er das Fahrzeug weiter nutzt und die Reparatur fachgerecht durchgeführt wird. Diese Grenze liegt derzeit bei 130 % des Wiederbeschaffungswertes.

Fiktive Abrechnung

Der geschädigte Eigentümer kann frei wählen, ob er das Fahrzeug instandsetzen oder ob er sich die ermittelten Reparaturkosten auszahlen lässt (fiktive Abrechnung).

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